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Sonnenenergie einfangen

RP-Online berichtet:

Solingen

Sonnenenergie einfangen

VON UWE VETTER - zuletzt aktualisiert: 24.05.2012

Solingen (RP). Auf 17 000 Gebäuden im Stadtgebiet könnten Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Waren es im Jahr 2000 lediglich 50 Anlagen auf Dächern, so sind es mittlerweile schon knapp über 600. Die Verwaltung hat jetzt das neue Solarkataster präsentiert.

Die Nachfrage ist groß, das Potenzial in Solingen ebenfalls, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht, beispielsweise durch die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen. Immerhin 17 000 von 75 000 Gebäuden im Stadtgebiet wären geeignet dafür, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren. Dies erklärte Matthias Kistenich vom Stadtdienst Natur und Umwelt jetzt im Planungsausschuss, als er das neu erstellte Solarkataster vorstellte. Das ist seit März dieses Jahres unterwww.solarkataster.solingen.de einsehbar, jeder Interessierte kann hier mit wenigen Mausklicks schauen, ob das Dach seines Gebäudes für die Anbringung einer Photovoltaik-Anlage geeignet ist. "Das Thema interessiert sehr viele", erklärte Kistenich mit Blick auf die Anfragen.

Bei bisher zwei Informationsveranstaltungen in Gräfrath und im Stadtwerke-Gebäude an der Beethovenstraße waren 150 beziehungsweise 120 Hausbesitzer vor Ort, um sich zu informieren. Für Dienstag, 19. Juni, 18.30 Uhr, ist eine weitere Info-Veranstaltung für den Raum Höhscheid im Gründer- und Technologiezentrum am Grünewald geplant. Eingeladen sind auch hier jeweils Hausbesitzer, deren Immobilien sich für die Nutzung von Solarenergie eignen.

Eine Photovoltaik-Anlage besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen – aus den Solarmodulen und aus dem sogenannten Wechselrichter. Das auf die Solarmodule treffende Sonnenlicht setzt im Material der Solarzellen Elektronen in Bewegung. So entsteht elektrischer strom (Gleichstrom). Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom schließlich Wechselstrom, so wie er aus dem Stromnetz bezogen wird. Der eingespeiste Strom wird dann entsprechend dem Erneuerbare Energien Gesetz vergütet. "Im Jahr 2000 hatten wir in Solingen 50 Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, mittlerweile liegen wir bei knapp über 600", freut sich Matthias Kistenich.

Und es sei angesichts der Vielzahl der geeigneten Häuser noch Luft nach oben. "Das hängt aber auch von der Förderung ab, man sollte sich in jedem Fall zuvor genau beraten lassen, auch um zu wissen, in welcher Zeit sich die Anlage amortisiert", rät der Mitarbeiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt mit Blick auf spezialisierte Fachbetriebe der Dachdecker- und der Elektro-Innung, der Energieberatung der Stadtwerke und der Verbraucherzentrale sowie der Stadt-Sparkasse.

Nicht nur Wohngebäude, sondern natürlich auch Gewerbe-Immobilien können die Sonnenenergie über das Dach mit geeigneter Technik nutzen. Auf dem Stadtwerke-Gebäude an der Beethovenstraße ist längst eine Photovoltaik-Anlage installiert, auf den Dächern der Firmengebäude des Dreizackwerkes oder Aricon im Monhofer Feld ebenfalls.

"Für Solingen ist das Solarkataster ein positiver Fortschritt", findet Dietmar Gaida von den Grünen. Friederike Sinowenka (SPD) und Bernd Krebs (CDU) sehen darin "ein tolles Angebot". Immerhin: Längst nicht alle Städte halten ein solches Kataster vor, das den Ausbau der Solarenergienutzung unterstützt und damit einen Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen leistet. Und so ganz nebenbei auch die lokale Wertschöpfung zum Beispiel durch die Auftragsvergabe an Solinger Handwerksbetriebe steigert.

(Quelle: http://www.rp-online.de/bergisches-land/solingen/nachrichten/sonnenenergie-einfangen-1.2843057 )